13. April 2016 Ann Cathrin

Instagram Marketing für Unternehmen

Dass selbst große Handelskonzerne wie EDEKA erst im Oktober 2015 begonnen haben, Instagram zu nutzen zeigt, dass dieser Kanal und sein Potential noch deutlich unterschätzt wird. Viele Unternehmen beginnen erst jetzt Facebook richtig einzusetzen bemerken, dass Social Media wirklich wichtig und bedeutend wird und beginnen erst jetzt, sich Kompetenzen ins Haus zu holen. Instagram ist da vermutlich ein Kanal der drei Schritte zu weit voraus ist für 99% der Unternehmen in Deutschland. Nicht nur, weil es ein einfacher zusätzlicher Kanal ist, den man bespielen muss – es ist auch ein grundsätzlich anders aufgebauter Kanal, wie wir hier schon beschrieben haben, der nicht direkt aufs Verkaufen abzielt und daher ganz andere Botschaften benötigt – für viele eine zu große Hürde.
 

Marketing auf Instagram erfordert erstmal umdenken

Mit Produkten, Dienstleistungen, Aktionen und Rabatten plakativ auf Instagram zu werben funktioniert nicht. Zum einen nicht, weil nicht alles eins zu eins in einem Bild transportiert werden kann zum anderen – und das ist der viel wichtigere Punkt – wird die eingeschworene Instagram-Community dies niemals akzeptieren. Instagram ist bekannt für das Schöne, das Authentische, das Emotionale und die Nähe. Das heißt nicht, dass ein Kanal alle Punkte beachten muss, aber er sollten sich daran orientieren.

 

 

 

Wie also sieht das konkrete Umdenken aus? Die Produkte und Dienstleistungen rücken in den Hintergrund. Sie werden nur noch ein Teil des gesamten Arrangements, zusätzliche Informationen z.B. über die Verwendung eines Produkts oder das Ergebnis der Dienstleistung rücken in den Vordergrund. Wie schon in unserem Vergleich der Instagram-Accounts von EDEKA und REWE gezeigt, lösen beide Unternehmen dies sehr gut. Zutaten zum Backen der eigenen Unternehmensmarke sind nur ein kleiner Teil des Arrangements auf dem BIld. Worum es eigentlich geht, ist das backen – und dem Nutzer Lust aufs Backen zu machen. Dass er dann beim nächsten Einkauf das Mehl von EDEKA oder REWE kauft, ist der gewünschte Nebeneffekt, den dieser Auftritt hat. Aber er ist nicht messbar.
 

Viele Wege führen nach Rom – aber man sollte sich für einen entscheiden

Wichtig bei alledem ist, dass man sich auf eine Strategie festlegt und nicht einfach drauf los Bilder postet. Die beiden Lebensmittelkonzerne haben sich dazu entschlossen, größtenteils Lebensmittel und Rezepte zu posten und diese in Bildern zu arrangieren. Möglich wäre natürlich auch, aus dem Innenleben eines Unternehmens zu berichten. Andere fokussieren sich nur auf Bildern mit Text und Zitaten um ihren Abonnenten wertvolle Informationen und inspirierende Zitate mitzugeben. Bilder, die das Ergebnis der Dienstleistung präsentieren, eignen sich z.B. besonders für Friseure. Auch eine Kombination mit Tutorials (auch gerne als kurzes Video, oder als Teaser zu einem längeren Video das man auf YouTube oder der Webseite findet) oder Bildern zur Inspiration sind hier sehr gut vorstellbar. Wichtig ist nur: man sollte sich vorher überlegen, was man mit seinem Kanal ausdrücken und erreichen möchte.

 

 

Ein von Alnatura (@alnatura) gepostetes Foto am

 

Denn zu beachten ist vor allem eins: eine wirkliche Erfolgsmessung gibt es bei Instagram nicht. Zwar kann man natürlich an der Anzahl der Follower, Likes und Kommentaren schon einiges ablesen, ob diese dann per auch zu Kunden werden ist schwierig zu messen. Denn anders als bei anderen Plattformen kann man bei Instagram keinen Link unter ein Bild setzen, der den Nutzer direkt auf die Webseite, bzw. zum entsprechenden Produkt (oder eben Video, etc.) lenkt, wenn er dieses interessant findet. Nur in der sogenannten „Bio“ ist es möglich einen Link zu platzieren. Den kann man natürlich regelmäßig z.B. für Aktionen anpassen – dies ist jedoch auch für den Nutzer mühselig. Instagram funktioniert also nicht als direkter Verkaufskanal, sondern nur um ein Verlangen bei potentiellen Kunden zu erzeugen.

 

Take aways

  • Instagram ist keine Verkaufsplattform – direktes Anpreisen von Produkten wird von der Community nicht gemocht.
  • Umdenken ist erforderlich. Produkte und Dienstleistungen müssen in einem ansprechenden Rahmen präsentiert werden.
  • Eine Strategie ist notwenig. Einfaches drauf los posten führt nicht zum gewünschten Ziel.
  • Erfolgsmessung ist nur bedingt möglich – das sollte aber kein Grund sein, Instagram nicht zu nutzen.
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